Diese Jahr fuhr ich ohne Pause den ganzen Winter mit meinem Handbike.
Obwohl in den Bergen sehr viel Schnee fiel, blieben wir im Unterland verschont und ich musste nie wegen zu viel Schnee auf meine Runden verzichten. Einzig die Eiseskälte tiefer als -10° verhinderte drei / vier Fahrten.
Trotzdem zieht es mich in den Frühling.

Dieses Jahr versuche ich es mal mit der Toskana. Ausgangspunkt ist ein Campingplatz bei Castiglione della Pescaia bei Grossetto.

Die Toskana Tour 2

Etwas östlicher als die gestrige Tour liegt der Hügel an dessen Südhänge der Ort Castiglione della Pescaia gebaut wurde.
Ein Teil dieses Hanges zeigt deutliche Spuren vergangener Waldbrände.

Überall in der Toskana kann man die Brandschneisen erkennen welche für solche Fälle geschlagen wurden. Sie ziehen sich oft in direkter Fall-Linie über die Hänge herunter. Auf den Karten sind sie ebenfalls eingezeichnet und verwirren den ungeübten Leser.

So fuhr ich erst ins Val Ficaia weil dort eine MTB-Route eingezeichnet ist. Dort angekommen stellte sich diese als ein extra für Downhiller angelegte Bike-Strecke heraus. Ein solcher Singletrail von unten nach oben zu befahren ist unmöglich.

Eine alternativer Wirtschaftsweg endete eben genau an einer Brandschneise welche direkt zum Gipfel zeigt.

Also umkehren zur Strasse zurück und auf dem Radweg Richtung Castiglione. Bald zweigt links die Viale Piemonte ins Valle delle Cannucce ab. Der erste Kilometer ist noch asphaltiert bis zu einer geschlossenen Barriere welche man gut umfahren kann und darf.

Ab diesem Punkt ist die Strasse eine Kiesstrasse. Mit MTB-Bereifung gut griffig. Etwa drei Rampen sind jedoch sehr steil und ich konnte sie nur schaffen indem ich von Hand auch noch das Hinterrad antrieb. Hinterradangetriebene Handbikes mit sehr kleiner Untersetzung sind klar im Vorteil. Geniesser auf “herkömmlichen” Handbikes brauchen kurze Schiebehilfe.
Besonders die letzten zwanzig Meter bevor der höchste Punkt (320 MüM) erreicht ist, weisen eine mörderische Steigung auf. Ich benötigte dafür eine viertel Stunde. Nicht umsonst heisst der Punkt “Dente del Diavolo” Teufelszahn.

Was dann folgt ist eine Abfahrt vom gröbsten. Im wörtlichsten Sinn des Wortes. Meine elektronische Aufzeichnung meldet einen spitzen Wert von 46% Gefälle auf Steinblöcken, völlig ausgewaschen.

Auf youtube gibts das Video https://youtu.be/zTOv7ZsDvgo von Marco Orengo besonders ab ca 4:20 im Film sieht es genau so aus wie der Ritt ab dem Teufelszahn.

Zu meinem Pech vergass ich die für den Aufstieg schwach gepumpten Reifen aufzupumpen und fing mir prompt nach 200 Metern einen Snake Bite ein. So blieb mir nichts anderes übrig als im Steilhang den Schlauch zu reparieren.

Alles in allem ist mir der Höllenritt gelungen.

Fazit

Wahnsinns Ritt bei der Abfahrt. Zum Glück verfügt mein Handbike über genügend Bodenfreiheit so musste ich nicht mit dem Rahmen über die Steinblöcke schroppen

ACHTUNG: Die von mir gefahrene Runde verlangt nach einem MTB-Handbike mit Hinterradantrieb oder mindestens einem schiebewilligen Begleiter.

Scheibebremsen sind ein Muss

 

Dente del Diavolo als PDF
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Gesamtstrecke: 28.1 km