Trentino, Levico Terme, Vigolana / Kaiserjägerstrasse

Wie letztes Jahr verbrachten wir unseren Herbsturlaub im Trentino.

2017 fuhr ich die Kaiserjägerstrasse hoch, musste oben aus Zeitgründen umkehren.

Dieses Jahr nahm ich mir vor die Runde grosszügig zu Ende zu bringen.

Die Tour

Wir wählten diesmal die umgekehrte Route.
Ab Levico durch die Obstplantagen nach Caldonazzo und hinein ins liebliche Tal des Torrento Centa.

Erst steigt die wenig befahrene Strasse nur leicht an. Erst vor der Ortschaft Valle steigt die Strasse stark an bis hoch nach Centa San Nicolò.
Von dort kann parallel zur Hauptstrasse SS349 auf der alten asphaltierten Strasse über Stauderi und Maso Maccani nach Menegoi gefahren werden. Bei Menegoni muss auf die Hauptstrasse gewechselt werden. Da die Strasse aber sehr breit, übersichtlich ist und der Verkehr sich in Grenzen hält ist das nicht so tragisch.

Nach ca 1.5 Kilometern auf der SS349 kommt ein Tunnel. Links davon geht die alte Strasse “Vecchia strada della Fricca” am Tunnel vorbei. Viele Verbotsschilder flössten mir Respekt ein und ich fuhr durch den Tunnel. Später sollte ich erfahren, dass italienische Handbike Kollegen die Vecchia strada della Fricca mit ihren Handbikes gefahren sind und davon sogar einen Youtube Film ins Netz gestellt haben. Ich verpasste bei meiner Fahrt ein einmaliges Erlebnis.
https://youtu.be/mx-KeswaiQ8

Unmittelbar nach dem Tunnel ist mit 1100 MüM der vorerst höchste Punkt erreicht. Ein Schild weist auf die Passhöhe hin. Abwärts und mit entsprechendem Speed fuhr ich dann weiter bis nach Carbonare.
Nach der Kirche bog ich dann rechts in die SS350 und fegte weitere 2.5 Kilometer hinunter nach Nosellari auf 1000 MüM.

Von da an schlängelt sich die Strasse durch einige Weiler und Dörfer, an der Festung “Forte Belvedere (Werk Gschwendt)” vorbei, mit moderater Steigung bis auf 1305 Meter über Mehr.

Noch einmal neigte sich die Strasse in ein kurze Abfahrt um dann ein letztes Mal anzusteigen.
Bei Monterovere bog ich links in die mir vom letzten Jahr bekannte Kaiserjägerstrasse.

Dann folgte die spektakuläre, einzigartige und sehenswerte Abfahrt auf einer in den Fels gehauenen Strasse mit ihren zwölf Spitzkehren zurück nach Levico.

Fazit

Eine sehr schöne Aussichtsreiche Strecke.
Sie kann mit Touren- und Strassen-Handbikes gefahren werden, vorausgesetzt es gibt genügend kleine Untersetzungen.

Sehr zu entfehlen ist die Runde für E-Handbiker mit genügend Akku-Leistung im Gepäck.

 

 

 

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volle Distanz: 41.34 km
Gesamtanstieg: 1223 m

Luzern, Handbike-Trail, Nottwil 18

Handbike-Trail 18, SPZ Nottwil

Nachdem wir 2017 im Rahmen des ersten CrossCountry Handbike-Trail die Rigi bezwungen haben, fuhren wir 2018 gemeinsam eine rund 37 Kilometer lange Runde über Strassen, Feld- / Wald- und Wiesenwege ab dem Schweizer Paraplegiker Zentrum in Nottwil am Sempachersee.

Leider regnete es am 1. September 2018 den ganzen Tag, so dass wir auf das Ersatzdatum 15. September ausweichen mussten. Über das Wetter konnten wir uns dann nicht beklagen. Allerdings blieben für den 15. September nur noch Ruedi, Marcos, Michel und ich der ursprünglich 11Teilnehmern übrig, da die andern anderweitig verbucht waren.

Stefan Praschberger von www.praschberger.com stellte uns zwei CompCC Handbikes mit Elektrounterstützung zur Verfügung, so konnten Ruedi (ein passionierter Touren-Handbiker) und Marcos (ein Strassen-Handbiker) die Vorzüge von MTB- oder CrossCountry-Handbikefahrten kennenlernen.

Die Tour

Gestartet sind wir auf der Sportanlage des Schweizer Paraplegiker Zentrums in Nottwil. Wir begaben uns auf den Radweg, entlang der Eisenbahn bis Oberkirch, dort bogen wir über die Hauptstrasse links hoch zur Golfanlage und folgten der Strasse hoch durch den oberen Oberchilerwald. Bald schon gab es den ersten Singletrail wo die “Neulinge” ob der Geländetauglichkeit der CompCC Handbikes staunten. Am oberen Ende gab es den ersten Vorgeschmack auf herrliche Aussichten.
Weiter fuhren wir über den Blumenberg und hinunter nach Roth, zwischen Grosswangen und Buttisholz. Wir überquerten die Hauptstrasse und folgten der Strasse bis zum Weiler Rüezligen. Dort bogen wir links in die MTB-Route 77. Im Soppiseewald verliessen wir die Route 77 und kurbelten über zwei Singletrails und eine nagelneue Waldstrasse zum Soppensee oder eben Soppisee.

Dort wartete Urs mit Getränken auf uns und wir legten eine kurze Pause ein.

Weiter ging es wieder zurück auf die 77er bei der Kapelle Sankt Ottilien. Auf dieser Route über Under Rot, Ober Rot, Under Merzeberg, Flüss, Ober Merzeberg bis Windblosen genossen wir abwechslungsweise Asphalt, Beton, Kies, Geröll und Wiesenwege.

Windblosen bezeichnet denn auch den höchsten Punkt der Strecke, von nun an gings zügig bergab. Vorerst bis zum Hofbeizli Chuerüti, Neuenkirch. Dort kehrten wir ein und genossen Fitnessteller mit feinem Fleisch und Pommesfrites.

Als alle genügend satt waren, konnten wir die letzten 15 Minuten bis Nottwil sausen lassen.

 

Handbike-Trail 2018, Strecke als PDF

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volle Distanz: 37.19 km
Gesamtanstieg: 755 m

Luzern, MTB Tour ab SPZ ins Michelsamt

Landessender Beromünster

Das Michelsamt ist eine Hochebene zwischen dem Luzerner Seetal mit dem Baldeggersee und dem Suhrental mit dem Sempachersee.

Ab dem Schweizer Paraplegikerzentrum SPZ kann man mit dem Handbike auf viele Arten ins Michelsamt gelangen. Bekannter sind asphaltierte Nebenstrassen welche mit dem Strassen-Handbike gefahren werden.

Ich wählte für einmal die CrossCountry Variante über Feld-, Wald- und Wiesenwegen.

Das Michelsamt liegt ca 150 bis 200 Meter höher als der Sempachersee, so dürfen immer ein paar Höhenmeter gefahren werden.

Die Tour

Wie schon erwähnt startete ich im SPZ, fuhr auf dem Strandweg bis nach Sempach Station.  Am Bahnhof vorbei. In Gottsmänigen bog ich rechts in den ausgeschilderten Radweg richtung Osten.

Beim Gehöft Adelwil fuhr ich in den Karrweg und folgte diesem erst über offenes Feld bis zur Autobahn. Von dort über Feld- und Wiesenwegen nach Rain. Ich folgte dem Radweg 67, später 599 um Hildisrieden herum, an Neudorf vorbei bis nach Beromünster.

Ab Beromünster fuhr ich auf dem Radweg 84 über Grüt nach Schenkon. Von Dort dem See entlang bis zum Ausgangspunkt.

Fazit

Eine schöne CrossCountry Tour in einere lieblichen, ländlichen Gegend. Immer wieder kann man das Panorama auf die Alpen geniessen.
Diese Runde weist einen relativ hohen Anteil an asphaltierten Strassen auf und ist somit auch für Touren-Handbikes bestens Geeignet.

Sehr zu entfehlen ist die Runde für E-Handbiker.

 

 

 

SPZ – Michelsamt als PDF
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volle Distanz: 44.42 km
Gesamtanstieg: 715 m

Tirol, Kössen Laufern

Eine Woche Urlaub im Tirol.
Was liegt näher als mit dem CrossCountry-/MTB-Handbike hinzufahren.

Unser Lager schlagen wir auf dem Campingplatz “Wilder Kaiser” in Kössen auf. Direkt vom Campingplatz bieten sich in alle Richtungen interessante Touren an.

Die Kössen Tour 3

Gestern fuhren wir im Skigebiet Hochkössen auf den Unterberg. Östlich vom Unterberg zieht der Fluss “Tiroler Achen” in seinem Flussbett Richtung Norden. Auf der gegenüberliegenden Seite  reihen sich ein paar, meist bewaldete Berge aneinander.

Auf der Eggalm nordwestlich des Fellhorn-Gipfels auf 1551 m ü. M. steht das Straubinger Haus, eine Alpenvereinshütte der Sektion Straubing des Deutschen Alpenvereins.

Das Straubinger Haus war das Ziel der dritten Tour ab Kössen.

Wir starteten erneut ab dem Campingplatz Wilder Kaiser und fuhren erst in Richtung Kössen, überquerten den Tiroler Achen und folgten dem Fluss kurz.
Für knapp einen Kilometer folgten wir der nicht sonderlich stark befahrenen Strasse und bogen dann links in den Wald.

Sofort wechselt der Untergrund von Asphalt auf Schotter und beginnt zu kontinuierlich zu steigen.
Alles im Wald, das Gebiet gehört zum Landschaftsschutzgebiet Hefferthorn – Fellhorn – Sonnenberg, steigt die Strasse auf etwas über 1000 m ü. M. es folgt ein wiederholtes Auf und Ab bis wir 12.5 Kilometer ab Start die Verzweigung hoch zum Straubinger Haus erreichen.

Leider hat sich das Wetter verschlechtert, so dass wir uns nicht mehr getrauen noch hoch zu kurbeln. Wir wählen also die rasante Abfahrt nach Laufern.

 

Unten Angekommen folgen wir dem Radweg 20 entlang des Tiroler Achens bis zurück zum Weiler Thurnbichel und dem Campingplatz.

Fazit

Die Fahrt im Landschaftsschutzgebiet Hefferthorn – Fellhorn – Sonnenberg ist ein ruhiges natürliches Erlebnis. Zwar fährt man mehrheitlich im Wald und hat so wenige Aussicht, trotzdem lohnt sich die Fahrt sehr.

E-Handbiker werden auf dieser Fahrt voll auf ihre Kosten kommen.

 

Kössen, Laufern Runde als PDF
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volle Distanz: 27.34 km
Gesamtanstieg: 974 m

Schwyz-Zürich, Goldau Wallisellen Einweg

Im Sommer verbringen wir viel Zeit auf dem Campingplatz Bernerhöhe in Goldau am Fusse der Rigi.

Die Strecke von Goldau nach Wallisellen kann man auch mit dem Handbike zurücklegen. Hier ist der Beschrieb dieser Strecke.

Die Tour

Start in Goldau und Abfahrt hinunter nach Arth am Zugersee.
Um dem Strassenverkehr auszuweichen wählte ich den Weg links um den See in Richtung Immensee / Küssnacht.

In Immensee steigt die Strasse kurz an und man gelangt ins Industriegebiet von Küssnacht. Ich folgte immer der Radroute 77 über Meierskappel nach Rotkreuz. Dort war leider die Unterführung gesperrt und keine Ausweichroute gekennzeichnet. Prompt fuhr ich erstmal in die falsche Richtung und musste wieder umdrehen.

Ich verfolgte den Plan Cham und Zug grossräumig zu umfahren. Im Nachhinein würde ich der Radroute 6 direkt nach Cham folgen und Mitten durch Zug fahren.
Meine Variante bringt viel mehr Höhenmeter und weil ich auf dem Navi die falsche Karte geladen hatte musste ich dauernd anhalten und auf dem Handy die richtige Runde suchen, das braucht sehr viel Zeit.

Als ich dann bei der Chollermüli den richtigen Weg gefunden hatte nahm das ganze wieder Fahrt auf.

Über Baar hoch nach Sihlbrugg und dann zügig das Sihltal hinunter über Adliswil nach Zürich.

Bis zum Zürcher Hauptbahnhof ging es relativ problemlos immer dem Sihlweg entlang.

Nach dem Hauptbahnhof bog ich zu früh ab und kurbelte die Schaffhauserstrasse hoch, was nicht so prikelnd war. Hier wäre ich besser der Radroute 45 gefolgt, welcher mich direkt nach Dübendorf gebracht hätte.

Fazit

Coole Tour, man muss allerdings Verkehrserprobt sein. Ein Navi mit Karte die die Radwege zeigt (Beispiel: OpenCyclemap), ist auf dieser Fahrt sehr hilfreich.

Die Strecke kann mit Strassen- oder Tourenbikes gefahren werden.

Goldau Wallisellen als PDF
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volle Distanz: 79.83 km
Gesamtanstieg: 2465 m

Schwyz, Muotathal Chinzig

In meiner Kindheit wanderte ich mit meinen Eltern über den Chinzigpass. Der Chinzigpass verbindet Muotathal im Kanton Schwyz mit dem Schächental im Kanton Uri.
Anfang 2018 hörte ich den Namen Chinzig und erinnerte mich daran. Sofort suchte ich nach MTB-Routen über den Pass, fand aber nur ernüchternde Beschriebe aus denen ich schloss dass dieser Pass wohl kaum mit dem Handbike fahrbar sein wird.

So beschlossen Monika und ich von der Schwyzer Seite ab Muotathal soweit hochzufahren wie es realistisch ist.

Die Tour

Der Start war auf dem Parkplatz der Möbelfabrik Betschart in Muotathal.

Sofort steigt die asphaltierte Lipplisbüelerstrasse knackig an, die Betriebstemperatur war schnell erreicht. Man kann den Weg kaum verpassen, einfach bei jeder Verzweigung den Weg wählen der aufwärts führt. Durch satte, grüne, teilweise steil abfallende Wiesen zieht man Meter um Meter hoch. Ab und zu bestätigen Wegweiser Richtung Lipplisbüel den Weg.

Nach  dem Restaurant Lipplisbüel folgt die Alpkäserei mit dem selben Namen. Kurz darauf wechselt der Untergrund von Asphalt auf Kies. Als Entschädigung lässt die Steigung etwas nach. Die Strasse führt immer dem Hüribach entlang.

Unmittelbar nach der Alpkäserei Lipplisbüel wechselt man in den Kanton Uri.
Nach einer kurzen schwachen Abfahrt über eine Brücke steigt die Strasse steil an.
Es folgen der Reihe nach die Alpen “Vordersten Hütten”, “Mittelsten Hütten” und “Hintersten Hütten”. Von den Hintersten Hütten kann man gut bestaunen wie der Weg weiter führt. Aus dieser Perspektive glaubt man kaum daran, dass ein Weiterkommen mit dem Handbike realistisch ist. So steil windet sich der Weg in die Flanken des Berges. Bereits über der Baumgrenze fühlt man sich im Hochgebirge. Die kahlen Felswände auf beiden Seiten des Tales sind spektakulär.
Ab der Hintersten Hütten verfolgt die Strasse nicht mehr den Hüribach sondern den Chinzigbach.

Selbstverständlich wollte ich wissen wie weit es noch zu schaffen ist und fuhr weiter.

Wir gelangten noch hoch bis zu den Alpen Chinzertal auf 1850 MüM. Dort hatten wir ein interessantes Gespräch mit einem Älpler der uns versicherte, dass seit ca 5 Jahren die Schotterstrasse durchgehend über den Pass führte. Leider liess die Zeit eine Weiterfahrt nicht mehr zu sodass wir umkehrten.

Bis hoch zum Chinzigpass wären es noch ca 150 Höhenmeter gewesen. Die Abfahrt könnte man bis in die Eggberge (siehe früheren Post) weiterziehen.

Fazit

Eine anstrengende aber wunderschöne Fahrt in Regionen die man als Rollstuhlfahrer nie zu Gesicht bekommen würde.

Der Chinzigpass ist für mich noch nicht abgeschlossen. Wer mich kennt, weiss dass ich da noch rüber fahren werden.

 

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volle Distanz: 28.41 km
Gesamtanstieg: 1489 m

Tirol, Kössen Unterberghorn

Eine Woche Urlaub im Tirol.
Was liegt näher als mit dem CrossCountry-/MTB-Handbike hinzufahren.

Unser Lager schlagen wir auf dem Campingplatz “Wilder Kaiser” in Kössen auf. Direkt vom Campingplatz bieten sich in alle Richtungen interessante Touren an.

Die Kössen Tour 2

Direkt hinter dem Campingplatz “Wilder Kaiser” erhebt sich das Unterberghorn. Bei Gleitschirmpiloten ist dieser Berg sehr beliebt, da eine Gondelbahn hinaufführt und der Berg ideal in der Sonne und dem Wind steht.
Im Winter sind es die Skifahrer welche das Skigebiet Hochkössen Unterberg bevölkern.

Entlang der Gondelbahn und der höher liegenden Sesselliften führt jedoch auch eine bekieste Wirtschaftsstrasse welche für Liefer- und Zufahrtsdienste genutzt wird.

Natürlich wollen wir da hoch.

Die Strecke bis zur Bergstation der Sessllifte beim Gipfelhaus Unterberg ist als Mountainbikeroute ausgeschildert und als “mittel” schwierig klassiert. Ein Mountainbiker erzählte mir, dass die Strecke teilweise sehr steil sei. Die letzen 100 Höhenmeter vom Gipfelhaus Unterberg (1’700 müM) zum Gipfel des Unterberghorns (1’800 müM) seien nur zu Fuss möglich.

Wir machten uns also auf den Weg mit der Absicht einfach so weit zu fahren wie es halt geht.

Die eigentliche Fahrt ist sehr einfach zu finden und schnell erklärt.
Vom Campingplatz fuhren wir zur Talstation der Hochkössen Gondelbahn und fuhren links am Gebäude und dem Landeplatz der Hängegleiter vorbei. Im Wald bei der ersten Verzweigung rechts hoch, dann immer bergwärts.
Kurbeln und die Aussicht geniessen.
Erst bei der Bärenhütte auf 1’500 Meter über Meer gabs eine Pause.

Obwohl uns ein Fussgänger E-Bike Mountainbiker versuchte davon abzuhalten, wollte ich jetzt noch hoch bis zur Gipfelhütte und schaffte es auch. Technisch ist das Stück von der Bärenhütte bis zur Gipfelhütte nicht schwieriger als das letzte Stück vor der Bärenhütte. Wer es also bis zur Bärenhütte geschafft hat, schnappt sich die Gipfelhütte auch noch. Das unbeschreibliche Panorama ist es die Mühen wert.

Ich war froh, kurz vor der Fahrt noch die richtig groben 60mm breiten Continental Mountainking Reifen montiert zu haben. Mit den normalen CrossCountry Reifen wäre ich wohl kaum alleine hoch gekommen.

Fazit

Die Fahrt auf den Unterberg ist konditionell eine Herausforderung, aber durchaus zu machen.
Technisch wird es nur mit guten CrossCountry- oder MTB-Handbikes mit sehr griffigen Reifen funktionieren.

E-Handbike sollten über einen kräftigen hitzeresistenten Motor verfügen.

Die Aussicht ist sensationell.

 

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volle Distanz: 22.5 km
Gesamtanstieg: 1122 m

Tirol, Kössen Richtung Taubensee, Frankenalm

Eine Woche Urlaub im Tirol.
Was liegt näher als mit dem CrossCountry-/MTB-Handbike hinzufahren.

Unser Lager schlagen wir auf dem Campingplatz “Wilder Kaiser” in Kössen auf. Direkt vom Campingplatz bieten sich in alle Richtungen interessante Touren an.

Die Kössen Tour 1

Beim obligaten Karten Studium fanden wir einen See am gegenüberliegenden Hang über Kössen. Der Taubensee liegt genau auf der Grenze zwischen Österreich und Deutschland auf einer Höhe von 1’138 Meter über dem Meeresspiegel.

Vom Campingplatz weg fuhren Monika und ich in Richtung Dorfzentrum Kössen. Mitten im Dorf nahmen wir die Verzweigung in den asphaltierten Mühlbergweg der sofort ansteigt.
Trotz seines Namens ist der Mühlbergweg eher eine Strasse als ein Weg.
Bei Kilometer 4.2 zeigen die gelben Wanderwegweiser über eine schmale Holzbrücke auf einen bekiesten Wanderweg. Bereits nach ein paar Metern wurde klar, dass dieser Weg schlicht zu steil ist und der Kies zu locker liegt, also drehten wir um und folgten wieder dem Mühlbergweg.

Nach einem kurzen flachen Stück stieg dann der Weg stark an bis hoch zum Weiler Ruppen mit seinen typischen Tiroler Holzhäusern.
Bei Kilometer 7 führt der Mühlbergweg geradeaus und abwärts. Wir bogen rechts in die Strasse die mit einer Schranke für den Autoverkehr gesperrt ist.
Nach 100 Metern wechselt dann der Untergrund von Asphalt auf Kies, bei zunehmender Steilheit. An der Ochsenalm vorbei bogen wir vor der Frankenalm rechts in den Wald. Die Almstrasse zieht sich dann weit ins Tal um ganz hinten den Mühlbergerbach zu überqueren. Auf der gegenüberliegenden Talseite steigt der Weg nicht mehr ganz so steil bis hoch zur scheinbar nur von Kühen bewohnten Dichtleralm.
Von der Dichtleralm liesen wir es sausen, hinunter zur Hirzinghütte. Unterwegs versperrte eine abgeschlossene Schranke den Weg. Mit abmontierten Fahnenhalter passte ich mit meinem Handbike gerade so unten durch.

Bei der Hirzinghütte war allerdings sowieso Schluss. Der Weg zur Taubenseehütte ist mit bis zu 30% Steigung auf losem Schotter für herkömmlich Vorderradangetriebene Handbikes schlicht nicht fahrbar.

Wir drehten also um und fuhren direkt zur Frankenalm-Hütte. Bei einer währschaften Kasknödelsuppe und feinen Kuchen liessen wir uns trösten.

Zurück gings auf demselben Weg wie rauf.

Fazit

Eine Fahrt auf die Frankenalm ist sehr zu empfehlen. Man kann dort direkt vom Handbike auf die Bänke  transferieren oder gleich im HB sitzenbleiben. Die Auffahrt ist für einigermassen trainierte Handbiker realistisch und für E-Handbiker sowieso möglich.

Die herrliche Aussicht in den Kaiserwinkel lohnt die Anstrengung.

Der Taubensee ist leider nicht erreichbar.

 

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volle Distanz: 23.3 km
Gesamtanstieg: 810 m

Baselland, Muttenz Gempen

Aussichtsturm auf dem Gempen

Vor den Toren der Stadt Basel liegt der Aussichtsberg Gempen. Ich kannte den Gempen aus früheren Tagen bei der Armee.

Eine Handbikerin erzählte mir, dass der Gempen problemlos mit dem Handbike zu bezwingen sei.

Die Fahrt auf den Gempen

Start ist auf dem Parkplatz an der Münchensteinerstrasse, zwischen Sportanlage und Schrebergärten.

Unmittelbar hinter diesem Parkplatz führt der Dreiland-Radweg 97 vorbei. Ich folge ihm in Nordöstliche Richtung.
Eigentlich könnte man dort links von Autobahn und Birs dem bekiesten Radweg folgen. Wegen einer Baustelle musste ich Autobahn und Birs überqueren und mich auf der gegenüberliegenden Seite durch ein ruhiges Quartier, bis zur nächsten Brücke suchen.

Wenn der Rothallenweg gefunden ist, wechselt der Strassenbelag auf Schotter und beginnt zu steigen.

Mehrheitlich durch den Wald steigt die Strasse gleichmässig an, die Signalisierungen sind einfach zu finden und verständlich.

Beim Weiler Stollenhäuser bog ich links ab und folgte der asphaltierten Strasse welche in grossem Bogen zur Schartenflue führt. Hunderte von prall behangenen Kirschbäumen bestätigen die Bezeichnung Kirschenland.

Oben angekommen genoss ich die unglaubliche Weitsicht in die Landschaft bis weit ins Elsass.

Bei der Abfahrt versuchte ich den direkten Weg, ein Singletrail der super Spass bringt und mit dem Handbike ohne Einschränkung zu fahren ist.

Weiter unten versuchte ich das nochmals, wieder eine wunderschöne Abfahrt bis mich dann ein paar mächtige, vom letzten Sturm gefällte, Bäume und eine Sumpflandschaft zur Umkehr zwangen.

Die Forststrasse war schnell wieder gefunden sodass ich die Abfahrt fortsetzen konnte.

Kurz darauf verliess ich die Strasse und folgte der ausgeschilderten Singletrail Abfahrt, westlich der Strasse – ein Genuss und Handbike geeignet.

Fazit

Der Basler Hausberg ist ein idealer Berg um die Möglichkeiten des Handbikens auszuloten. Es gibt unzählige Wege, Waldstrassen und Singletrails die nur darauf warten geknackt zu werden. Sogar mit Strassenbikes kann man auf den Gempen kommen, jedoch nicht auf der hier beschriebenen Route.

E-Handbiker (ausser mit Vorspann-Handbikes) werden auf dieser Fahrt voll auf ihre Kosten kommen.

 

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volle Distanz: 19.57 km
Gesamtanstieg: 583 m

Schwyz, Rund um die Mythen

Kapelle auf Haggenegg

Wer vom Schwyzer Talboden hoch zu den beiden imposanten Mythen schaut kann links neben dem kleinen Mythen und rechts neben dem grossen Mythen jeweils einen Übergang erkennen. Links die Haggenegg und rechts die Ibergeregg.
Hinter den Mythen liegt Brunni.
Um von der Haggenegg via Brunni zur Ibergeregg zu gelangen muss man talabwärts bis Einsiedeln fahren um in das benachbarte Tal mit der Ibergeregg zu gelangen.

Die Tour

Von Goldau liess ich es erst einmal laufen um hinunter zum Lauerzersee zu gelangen. Rechts am See führt ein Radweg parallel neben der Strasse.

Schnell war ich in Seewen und beim SBB Bahnhof Schwyz.

Sofort beginnt die Strasse zu steigen und das bleibt so bis oben zur Kapelle Haggenegg.
Auf 7.5 Kilometer werden somit fast 950 Höhenmeter fällig. Zwar alles auf Asphalt aber die Höhenmeter müssen überwunden werden.

Am höchsten Punkt (1’414 Meter über Meer) angekommen gönnte ich mir keine Pause und fuhr auf der recht rumpligen, ausgewaschenen Alp-Kiesstrasse den nächsten Kilometer. Dann wechselte der Belag auf Asphalt und ich konnte es richtig sausen lassen, bis hinunter nach Brunni (1’100 Meter über Meer).
Von Brunni folgte ich mit Topspeed der kaum befahrenen, ideal ausgebauten Hauptstrasse hinunter an Alpthal und Trachslau vorbei zur Klosterstadt Einsiedeln (900 Meter über Meer).
Auf dem Radweg entlang, am bekannten Kloster vorbei fand ich mich bald am Ufer des Sihlsee.

Die nächsten sechs Kilometer können zügig auf dem Radstreifen gefahren werden. Ab der zweiten Brücke befindet man sich wieder auf einem Radweg praktisch ohne motorisierten Verkehr.
Das endert allerdings ab Kilometer 38 der Runde. Für die restlichen 30 Kilometer folgt man der Strasse ohne Radweg.
An schönen Wochenenden kann das mühsam werden, weil die Ibergeregg unter den Motorradfahrern sehr bekannt ist.

Zum Glück fuhr ich die Strecke an einem Montag mit wechselhaftem Wetter.

An Unter- und Oberiberg vorbei steigt die Strasse die nächsten 10 Kilometer auf 1’406 Meter über Meer an.

Leider begleitete mich Donnergrollen und die Wolken hingen bedrohlich tief, so dass ich auf eine Pause mit Stärkung verzichtete und das Tempo hoch hielt, was ich deutlich zu spüren bekam.

Glücklicherweise konnte ich es anschliessend für 14 Kilometer sausen lassen bis hinunter zum Talboden auf 450 Meter über Meer.

Die kurze Steigung von Lauerz nach Goldau schaffte ich glücklich auch noch und freute mich auf ein gutes Essen.

Fazit

Harte aber Landschaftlich wunderbare Runde. 68 Kilometer und 1’900 Höhenmeter.
Sie kann mit Strassen- oder Tourenhandbikes gefahren werden. Kleine Untersetzungen sind aber ein Muss.

 

Rund um die Mythen als PDF
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volle Distanz: 68.21 km
Gesamtanstieg: 1682 m